Bildungsmodul: Nonformales Lernen in der Jugendarbeit

Das Bildungsmodul «The Art of Hosting», organisiert von Team Jugendarbeit und dem Büro für nonformale Bildung, zeigte: Lernen entsteht dort, wo Menschen sich sicher fühlen und wo Vielfalt Platz hat.

Teilnehmer*innen des Bildungsmoduls «The Art of Hosting»

Wie gelingt Lernen in nonformalen Kontexten? Dieser und weiteren Fragen gingen 20 Teilnehmende des Bildungsmoduls The Art of Hosting Training am 23. September 2025 in Bern nach.

Safer Spaces und Lernkultur

Ein Schwerpunkt lag auf der Gestaltung sogenannter Safer Spaces. Die Teilnehmenden diskutierten, wie sich ein sicherer Lernrahmen schaffen lässt – nicht nur durch das Benennen, sondern durch konkrete Haltungen und Strukturen. Begriffe wie Fehlerkultur, Achtsamkeit, Methodenvielfalt, Agreements, Inklusion und Raumgestaltung prägten die Diskussionen. 

«Fehler sind nicht nur erlaubt, sie sind notwendig», sagte ein Teilnehmer. «Aber es gibt Fehler, die dürfen uns in der Jugendarbeit nicht passieren – sonst können sie gefährlich werden». Eine weitere Stimme meinte: «Das Spannende war für mich die Frage, ob es in nonformalen Settings überhaupt Fehler gibt, weil die Vielfalt so viel Raum lässt.»

Haltung und Raumgestaltung – Stimmen der Kursleitung

Die Kursleitung betonte, wie entscheidend die Gestaltung des physischen Raumes für gelingende Lernprozesse ist: «Es lohnt sich, zwei Stunden vor Beginn da zu sein, um den Raum so einzurichten, dass er die gewünschte Atmosphäre unterstützt.» Noch wichtiger als jede Methode sei jedoch die Haltung der Leitenden.

«Die beste Methode nützt nichts, wenn die Haltung fehlt. Was wirklich zählt, ist das Gespür für die Gruppe – wann wir Raum geben, wann wir Grenzen setzen, wann wir eine Pause einlegen.»
Zitat von der Kursleitung

Reflexion der Teilnehmenden

Im Rückblick zeigten die Stimmen der Gruppe, dass das Modul Inspiration, Selbstreflexion und praktische Werkzeuge vermittelte. Besonders deutlich wurde, wie wichtig es ist, einer Gruppe Zeit zum Kennenlernen zu geben und Vertrauen wachsen zu lassen. «Ich nehme mit, wie wichtig es ist, sich Zeit für das Kennenlernen zu nehmen», sagte eine Teilnehmerin. Ein anderer ergänzte: «Ich gehe mit dem Gefühl nach Hause, dass ich mein eigenes Handeln wieder stärker hinterfragen möchte.» und eine weitere Person sagte: «Ich habe gemerkt, dass ich viel schneller lerne, wenn es Freude macht. Das hat mir dieses Modul noch einmal bestätigt.»

Bedürfnis nach Austausch im nonformalen Kontext

Dass das Bedürfnis nach Austausch und gemeinsamer Reflexion gross ist, zeigte die Vielfalt der Teilnehmenden. Aus dem Tessin, der Westschweiz, der Deutschschweiz und aus Liechtenstein kamen 20 Fachpersonen aus der offenen Jugendarbeit, der Freiwilligenarbeit, aus internationalen Austauschprojekten sowie aus der formalen Bildung zusammen. Manche brachten viel Erfahrung mit – andere waren neu in der Welt der nonformalen Bildung. Der Austausch zwischen diesen Perspektiven erwies sich als besonders bereichernd. Mit dem Modul leistete das Büro nonformal im Rahmen des BSV-Leistungsauftrags einen Beitrag dazu, Lernen in nonformalen Kontexten sichtbar und erlebbar zu machen.

Passende Förderangebote

  • Austausch für Jugendarbeitende

    Schweizer Organisationen der ausserschulischen Jugendarbeit organisieren Austauschprojekte im In- und Ausland für ihre Jugendarbeitenden. 

  • Ausserschulischer Austausch für Jugendgruppen

    Ein ausserschulischer Austausch ermöglicht Jugendlichen, sich mit Gleichaltrigen in der Schweiz oder im Ausland zu treffen.

  • Europäische Weiterbildungen für Jugendarbeitende

    Weiterbildungen in Europa für Schweizer Jugendarbeitende in der offenen und verbandlichen Jugendarbeit. Förderangebote für Freiwillige und Profis.

  • Freiwilligeneinsatz leisten

    Junge Erwachsene können in der Schweiz oder in Europa ein gemeinnütziges Projekt in einem Bereich Ihrer Wahl aktiv unterstützen.

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