Sprachassistent:innen motivieren zu schulübergreifendem Debattierwettbewerb

Sich in englischer Sprache zu einem aktuellen Thema mit Schüler:innen von anderen Schulen verbal messen. Was ungewöhnlich klingt, ist Realität geworden, dank engagierter Sprachassistenten aus den USA. Mit viel Energie und Organisationstalent haben sie einen Debattierwettbewerb auf die Beine gestellt.

Schprachassistent:innen Debattierwettbewreb
Die Schüler:innen haben den Debattierwettbewerb sehr ernst genommen. Bild: US-Botschaft in der Schweiz

Für die Schüler:innen der Kantonsschule am Burggraben hat am Samstag, den 25. April der Tag sehr früh begonnen. Bereits um fünf Uhr nehmen sie den Zug nach Bern. Sie nehmen an einem Debattierwettbewerb teil, auf den sie von ihrer amerikanischen Sprachassistentin intensiv vorbereitet worden sind. Es wird darum gehen, sich zu aktuellen – teilweise noch unbekannten – Themen mit Schüler:innen anderer Schulen verbal zu messen.

Vor Publikum die richtigen Argumente – Pro/Contra zu einem aktuellen Thema – zu finden, erfordert Mut. Zweifel, ob denn die eigenen Englischkenntnisse genügen mögen, fahren deshalb mit nach Bern. Es ist ein Abenteuer, auf das sich die Schüler:innen vor ein paar Wochen, über Klassengrenzen hinweg, eingelassen haben. Man kennt sich, obwohl man in die gleiche Schule geht, nicht zwingend.

Den Mut zum Sprechen, den haben die Schüler:innen, die auch aus Zürich, Solothurn, Basel-Stadt und dem Jura nach Bern fahren, ein Stück weit auch dem ungezwungenen Unterricht mit «ihren» Sprachassistent:innen aus den USA zu verdanken. 

Sprachassistent:innen motivieren zum aktiven Sprachgebrauch

Einen Englisch-Debattierwettbewerb zu organisieren, das war die Idee von James. Er ist einer von zehn amerikanischen Sprachassistent:innen, die derzeit an Schweizer Gastschulen arbeiten. Er arbeitet an mehreren Gastschulen im Kanton Jura, wo er sich sehr wohlfühlt. Trotz seiner zahlreichen Hobbys hat er für diesen Debattierwettbewerb keine Mühen gescheut und sich so mit seinen Kolleg:innen der anderen Schulen organisiert, dass alle Schüler:innen sich bestmöglich auf Tag X vorbereiten konnten. 

Einige Themen, worüber sie debattieren werden, konnten die Schüler:innen vorbereiten, andere erfahren sie erst in Bern, in der Amerikanischen Botschaft, die sich aktiv an der Durchführung dieser «Debate Network Competition» beteiligt und eine grosszügige und gut organisierte Gastgeberin ist.

James, Sprachassistent an Schweizer Gastschule
James, der Sprachassistent, hat viel Energie in dieses Projekt gesteckt. Bild: US-Botschaft in der Schweiz

Argumentieren und zuhören

Die Themen, die debattiert werden, haben eine gewisse kulturelle Prägung, gleichzeitig sind sie global und top aktuell. Am Morgen debattieren die Schülergruppen Pro-Contra Waffenbesitz, ein Thema, das sowohl in den USA als auch in der Schweiz ein immer wieder diskutiertes Thema ist. Weiter wird das Verhältnis der Schweizerlöhne zu den hohen Schweizer Lebenshaltungskosten diskutiert.

Am Nachmittag stehen ein Verbot von Social Media für Kinder und Jugendliche sowie eine Verbannung von KI aus Primar- und Sekundarschulen zur Debatte. Die Jury, gestellt von drei Sprachassistent:innen, bewertet die Finalist:innen des Lycée de Porrentruy und der Kantonsschule am Burggraben von St. Gallen. Es gilt, sowohl umfassende Argumente aufzuführen, als auch auf Einwände der Gegenpartei spontan zu reagieren und überzeugende Antworten zu geben. Das erforderliche Englischniveau ist somit hoch.

Nach Ablauf der Redezeiten zieht sich die Jury zur Beratung zurück. Das Ergebnis: Drei Schülerinnen bekommen eine Einzelauszeichnung aufgrund ihrer guten Punktezahl und die Schüler:innen aus St. Gallen werden Teamsieger. 

Die Kraft des ehrlichen Dialogs

Democracy is stronger, when people are free to speak and express themselves.
Callista Gingrich, US-Botschafterin in der Schweiz

Für die Botschafterin, Callista Gingrich, bietet sich im Rahmen der Siegerehrung die Gelegenheit zu betonen, wie wichtig ihr das Recht auf freie Meinungsäusserung ist. 

Vermittlung durch Movetia

Amerikanische Interessent:innen für eine Sprachassistenz bewerben sich bei der US-Partnerorganisation und durchlaufen einen anspruchsvollen Bewerbungsprozess. Dank der Zusammenarbeit im Rahmen des Fulbright US Student Program und der US-Botschaft ist das Sprachassistenzprogramm seit 2023 in Bezug auf die Herkunftsländer der Assistent:innen globaler aufgestellt. 

Callista Gingrich, US-Botschafterin in der Schweiz, hob die Bedeutung dieses Wettbewerbs hervor. Bild: US-Botschaft in der Schweiz
Callista Gingrich, US-Botschafterin in der Schweiz, hob die Bedeutung dieses Wettbewerbs hervor. Bild: US-Botschaft in der Schweiz

Schweizer Gastschulen können so jedes Jahr US-Amerikaner:innen, die sich über das Fulbright US Student Program bewerben, als Sprachassistent:innen im Schulunterricht einsetzen. Die Erfahrungen mit den amerikanischen Programmteilnehmenden der letzten Jahre sind äusserst positiv. Im aktuellen Schuljahr arbeiten ingesamt 28 englischsprachige Sprachassistent:innen an Schweizer Gastschulen, rund ein Drittel davon haben eine amerikanische Staatsbürgerschaft.

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