Das Sprachassistenz-Programm feiert sein 120-jähriges Jubiläum
Das ältesten Programms für Bildungsmobilität ermöglicht Studierenden und angehenden Lehrpersonen, im Ausland zu leben und die eigene Muttersprache zu unterrichten – seit 120 Jahren. Movetia war auf Einladung von France Education International in Paris, um diesen historischen Meilenstein zu feiern. Wir werfen einen Blick zurück auf diese denkwürdige Geschichte.
Das Sprachassistenzprogramm ermöglicht Schweizer Studierenden und angehenden Lehrpersonen, im Ausland wertvolle pädagogische Erfahrungen zu sammeln und dafür eine Vergütung zu erhalten. Schulen in der Schweiz profitieren von der Anwesenheit einer Muttersprachlerin oder eines Muttersprachlers, die den Sprachunterricht bereichert, lebendig gestaltet und die mündliche Praxis der Schüler:innen fördert.
Weltweit nehmen jährlich etwa 6‘000 Assistent:innen am Programm teil. In der Schweiz gehen jedes Jahr etwa 40 Assistent:innen ins Ausland, während rund 90 Personen in die Schweiz kommen, um hier zu unterrichten.
Das Programm selbst ist alles andere als neu, doch das Thema bleibt aktuell. Hier die Chronologie eines Mobilitätsprogramms, das es seit über einem Jahrhundert ermöglicht, Grenzen zu überschreiten.
1905 – Eine pädagogische Revolution
Die Geschichte beginnt im Jahr 1905, lange vor der Schaffung der grossen modernen Austauschprogramme: Die Bildungsministerien von Frankreich, Grossbritannien und Preussen unterzeichneten die ersten bilateralen Abkommen. Das Ziel war für die damalige Zeit visionär: Man wollte mit der traditionellen Methode der «Grammatik-Übersetzung» brechen und stattdessen die mündliche Kommunikation sowie die Immersion durch die Anwesenheit von Muttersprachler:innen im Unterricht fördern.
1946 - Die Schweiz steigt ein
Während das weltweite Programm heuer sein 120-jähriges Bestehen feiert, ist die Schweizer Beteiligung allerdings ein paar Jahrzehnte jünger. Sie beginnt in der Nachkriegszeit. Die erste Gruppe Schweizer Assistent:innen überquert den Ärmelkanal im Jahr 1946 und markiert damit den Beginn dieser helvetischen Austausche.
Seit dieser Öffnung hin zum Vereinigten Königreich hat sich das Programm stetig erweitert. Es folgten Austausche (von Romands) mit Deutschland und (Deutschschweizer:innen) mit Frankreich. Heute zählen Österreich, Spanien, Belgien, die Vereinigten Staaten sowie Schweizer Schulen im Ausland zu den Partnern.
2017 - Movetia führt das Erbe weiter
Im Laufe der Jahrzehnte wurde die Leitung dieses wertvollen Programms in der Schweiz verschiedenen Institutionen anvertraut, bevor Movetia im Jahr 2017 diese Aufgabe übernahm.
Movetia führt somit diese Tradition fort. Egal, ob für Studierende oder angehende Lehrpersonen, die pädagogische Erfahrung sammeln möchten, oder für Schweizer Gastschulen, die ihren Unterricht dank einer Muttersprachlerin oder eines Muttersprachlers bereichern wollen, das Programm bleibt ein einzigartiger Katalysator für das Sprachenlernen und die interkulturelle Öffnung.
Machen Sie auch beim Programm mit!
Movetia koordiniert in Zusammenarbeit mit den Partnerorganisationen die Vermittlung von bezahlten Sprachassistenzstellen im Ausland und unterstützt Schweizer Schulen bei der Aufnahme von Assistent:innen aus dem Ausland.
- Für einen Aufenthalt im Ausland: Sie sind 21 bis 35 Jahre alt und Student:in oder Berufsanfänger:in? Tauchen Sie in eine andere Kultur ein und sammeln Sie gleichzeitig wertvolle Berufserfahrung im Ausland.
Erfahren Sie mehr über die Sprachassistenz im Ausland. - Für Schulen in der Schweiz: Bereichern Sie Ihren Sprachunterricht: Sprachassistent:innen unterstützen Lehrpersonen, fördern die mündliche Praxis der Schüler:innen und bringen kulturelle Vielfalt in den Unterricht.
Erfahren Sie mehr über die Aufnahme von Sprachassistent:innen in der Schweiz.