Erasmus+ für den Sportbereich

Der Bundesrat strebt eine Schweizer Assoziierung an Erasmus+ ab 2027 an – eine grosse Chance für die Schweizer Sportlandschaft. Denn mit dieser voraussichtlichen Assoziierung können Schweizer Sport-Akteure auch von Angeboten im Bereich Mobilität und Kooperation profitieren; dies war unter dem Schweizer Programm zu Erasmus+ bisher nicht möglich. Auf dieser Seite finden Sie allgemeine Informationen zu den Erasmus+ Angeboten, Netzwerken und Tools für Mobilität und Kooperation im Bereich Sport. Wir unterstützen Sie gerne dabei Ihre eigenen Projekte zu planen und von den neuen Möglichkeiten zu profitieren. 

Die Erasmus+ Aktionen im Sport sollen dazu dienen die Kapazität und Professionalität des Breitensports zu erhöhen, die Managementkompetenzen zu verbessern und Beziehungen zwischen Organisationen im Sportbereich aufzubauen oder zu stärken. Sie sind darauf ausgerichtet, gesellschaftliche und sportbezogene Herausforderungen zu bewältigen. Kommt es zur geplanten Assoziierung an Erasmus+, haben neu auch Akteure im Schweizer Sportbereich die Möglichkeit davon zu profitieren. Sie erhalten vollen Zugang zu den Erasmus+ Fördermöglichkeiten und können ohne Einschränkungen von den europäischen Verwaltungsinstrumenten, Netzwerken und Tools profitieren. In der aktuellen Schweizer Lösung zu Erasmus+ wird der Bereich Sport nicht unterstützt.

Assoziierung der Schweiz an Erasmus+ für 2027 angestrebt

Für künftige Projektträger:innen im Bereich Sport heisst das, dass Sie Ihr Projekt für 2027 im Rahmen der Förderangebote unter Erasmus+ bereits heute planen und aufgleisen sollen. Infomieren Sie sich über die Angebote und suchen Sie sich passende Partner:innen im Ausland. Movetia begleitet Sie in diesem Prozess im Rahmen der Möglichkeiten und informiert Sie zu Förderangeboten und dem Prozess.

Warum Erasmus+ für den Sport in der Schweiz wichtig ist

Sport ist ein wesentlicher Bestandteil der Schweizer Identität: Die Schweiz zählt zu den zehn erfolgreichsten Ländern bei den Olympischen Winterspielen und zu den 25 besten bei den Olympischen Sommerspielen. Studienmöglichkeiten in diesem Bereich sind zahlreich – in der gesamten Schweiz bieten acht Hochschulen insgesamt 25 Studiengänge in den Bereichen Sport-, Gesundheits- oder Bewegungswissenschaften an. Rund 76% der Menschen in der Schweiz treiben regelmässig Sport. 22% der Schweizer Bevölkerung sind zudem Mitglied in einem Sportverein und tragen so zur hiesigen lebendigen Vereinslandschaft bei: In der Schweiz gibt es etwa 19’000 Sportvereine, die ein breites Sportangebot für Jugendliche, Erwachsene und Senior:innen bereitstellen.

Stärkung des Breitensports

Erasmus+ bietet spezielle Fördermittel zur Stärkung des Breitensports und zur Steigerung der Attraktivität der Freiwilligenarbeit. Hiervon kann die charakteristische Landschaft aus kleinen und Kleinstsportvereinen auf Gemeindeebene in der Schweiz stark profitieren.

Gleichzeitig fördern Erasmus+ Sportaktionen die Beteiligung an sportlichen und körperlichen Aktivitäten über alle Altersstufen. Eine Zusammenarbeit mit ausländischen Partner:innen ermöglicht eine Steigerung der Attraktivität von Sportangeboten.

Gesellschaftliche & sportbezogene Herausforderungen

Die Erasmus+ Sportaktionen dienen der Bewältigung gesellschaftlicher und sportbezogener Herausforderungen. Sport wird hier als ein Instrument zur Förderung persönlicher und sozialer Kompetenzen sowie zur Stärkung von Toleranz, Solidarität, Inklusion und weiteren sportlichen Werten gesehen. Partnerschaften mit anderen Ländern bieten der Schweiz die Möglichkeit sich in diesem Bereich weiterzuentwickeln und eine führende Rolle bei der Vertretung und Förderung dieser Werte im Sport zu übernehmen.

Projekte über den Sport hinaus

In sektorübergreifenden Projekten können Themen wie Sport und Tourismus, regionale Entwicklung, Nachhaltigkeit, Inklusion und Bildung miteinander verbunden werden. So werden durch die Partnerschaft mit anderen europäischen Akteuren Innovationen in der Sportpraxis, -steuerung und -produktentwicklung oder das Bewusstsein für die Herausforderungen des Sporttourismus und der Umgang damit gefördert.

Gemeinnützige Sportveranstaltung

Letztendlich bietet die Einbindung in das Erasmus+ Programm und Netzwerk auch die Möglichkeit die Schweizer Exzellenz im europäischen Wettbewerb zu präsentieren und sich gegenseitigen bei der Organisation von internationalen Sportveranstaltungen zu unterstützen. 

Mobilität für Personal im Sportbereich und Kooperationen für Organisationen

Erasmus+ fördert Mobilitäts- und Kooperationsprojekte. 

Diese Leitaktion fokussiert auf die Mobilität von Einzelpersonen. Im Sport betrifft dies hauptsächlich die berufliche Weiterbildung von Trainer:innen und anderem Sportpersonal im Breitensport. Die Teilnehmenden haben die Möglichkeit durch einen Aufenthalt im Ausland ihre Kompetenzen und Qualifikationen zu verbessern, neue Fähigkeiten zu erwerben und damit zur Weiterentwicklung ihres Vereins oder ihrer Organisation beizutragen. Auch Mitarbeitende aus Bereichen ausserhalb des Breitensports können davon profitieren, sofern ihre Teilnahme dem Breitensport zugutekommt.

Diese Leitaktion fokussiert auf die institutionelle Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Institutionen und Organisationen. Die Kooperationen sollen zur Entwicklung, zum Transfer und/oder zur Umsetzung innovativer Verfahren führen. Teilnehmen können auch öffentliche oder private Sportorganisationen im Breitensport, aber auch ausserhalb. So können nebst Sportverbänden und -vereinen beispielsweise auch gemeinnützige Organisationen oder NGOs, die im Sportbereich tätig sind, öffentliche Einrichtungen auf lokaler, regionaler oder nationaler Ebene profitieren.

Prioritäten von Erasmus+

Erasmus+ unterstützt Projekte, die einen Beitrag zu den Prioritäten des Programms leisten. Die horizontalen Prioritäten gelten für alle Bildungsbereiche und Projekte von Erasmus+. 

Horizontale Prioritäten

  • Inklusion und Vielfalt 
  • Digitaler Wandel 
  • Umwelt und Bekämpfung des Klimawandels 
  • Teilhabe am demokratischen Leben, gemeinsame Werte und bürgerschaftliches Engagement 

Gleichzeitig liegt der Schwerpunkt des Erasmus+ Sport Programms auf dem Breitensport und dessen Personal, unter Berücksichtigung der wichtigen Rolle, die der Sport bei der Förderung von körperlicher Aktivität und gesunder Lebensweise, zwischenmenschlichen Beziehungen, sozialer Inklusion und Gleichberechtigung spielt. Die Aktivitäten verfolgen Ziele wie

  • Austausch von Erfahrungen und Wissen zu sportbezogenen Themen auf europäischer Ebene fördern 
  • Aufbau europäischer Netzwerke für gemeinnützige Sportorganisationen, Coaches und Sportfachkräfte unterstützen und damit die europäische Zusammenarbeit erleichtern
  • Die Beteiligung und Förderung von Sport und körperlicher Aktivität als Instrument für Gesundheit und Wohlbefinden steigern
  • Soziale Inklusion und Chancengleichheit im und durch den Sport stärken
  • Integrität und Werte im Sport fördern
  • Aufbau der Kapazitäten von Basisorganisationen unterstützen
  • Gemeinsame Werte, Good Governance und Integrität im Sport fördern
  • Innovative Lösungsansätze für gemeinsame Herausforderungen wie Doping, Diskriminierung, Gewalt, Digitalisierung etc. ermöglichen

Tools und Netzwerke erleichtern Mobilitäts- und Kooperationsprojekte

Mit einer Assoziierung an Erasmus+ würden Schweizer Sportorganisationen nicht nur Zugang zu allen Förderangeboten, sondern auch zu den Netzwerken und Tools des Programms erhalten. Diese unterstützen Sie bei der Projektorganisation und -verwaltung, bei der Partner:innensuche, beim Erfahrungsaustausch und bei der Anerkennung von Lernergebnissen.

  • Erasmus+ Website: Programminformationen der Europäischen Kommission: Prioritäten, Aktionen, Fristen. Kernstück ist der Programmleitfaden – er gilt für alle Aktionen, zentrale und dezentrale
  • Erasmus+ Plattform: Ausschreibungen und Antragsformulare für die dezentralen Aktionen: KA1-Mobilität und die meisten KA2-Partnerschaften
  • EU Funding & Tenders Portal: Ausschreibungen und Antragsformulare für die zentralisierten Erasmus+ Aktionen (im Sportbereich sind dies die Kooperationen)
  • Erasmus+ Projektresultate: Übersicht über geförderte Projekte 

Die Netzwerke von Erasmus+ dienen dazu, neue Partnerschaften für Projekte zu schliessen oder als teilnehmende Organisation Anschluss an bestehende Konsortien zu finden. Sie dienen dem Wissens- und Erfahrungsaustausch (online oder an Veranstaltungen), jedoch auch als Informationsquelle für Ihre Projektplanung. 

  • Der Europäische Trainingskalender mit Weiterbildungen und Kontaktseminaren für die non-formale Bildung, an denen Sie Projektpartner:innen treffen. Nebst Aktivitäten aus dem Jugendbereich werden hier auch Angebote für den Sportbereich publiziert. Zur Vorbereitung und unter gewissen Bedingungen können Schweizer Sport-Akteur:innen auch schon im 2026 an solchen Seminaren teilnehmen. Melden Sie sich hierzu direkt bei Movetia.
  • Internetseiten oder Newsletter anderer National Agencies (z.B. OeAD (AT NA), JUGEND für Europa (NA DE), Agence Erasmus+ Jeunesse et Sport (FR NA)

Die Listen sind noch nicht vollständig und werden laufend ergänzt.

Nächste Schritte für Sie in der Projektplanung

Es lohnt sich, bereits jetzt mit der Planung Ihres Projekts zu beginnen. Entdecken Sie auf den Unterseiten zu Mobilitäten und Kooperationen die verschiedenen Förderlinien und wie Sie sich bereits heute vorbereiten können.

Ulteriuras infurmaziuns

  • Erasmus+ Mobilitäten im Sport

    Das Erasmus+ Sport Programm fördert die Beteiligung an sportlichen und körperlichen Aktivitäten sowie ehrenamtliches Engagement. Beschäftigte im Breitensport können durch Austauschprojekte in einem anderen Land neue Erfahrungen sammeln, ihre Kompetenzen erweitern und damit ihre Organisation oder ihren Verein weiterbringen. In den folgenden Abschnitten zeigen wir Ihnen auf, welche Fördermöglichkeiten Ihnen mit Erasmus+ zur Verfügung stehen würden. 

  • Erasmus+ Kooperationen im Sport

    Bei Kooperationsprojekten können sich Institutionen aus dem Sportbereich gemeinsam weiterentwickeln und die europäische Sportlandschaft mitgestalten. Mit Erasmus+ erhalten Schweizer Organisationen Zugang zu allen europäischen Förderangeboten.

Actual

  • Erasmus+ entdecken: Jahresveranstaltung Jugend 2026

    Erasmus+ entdecken: Jahresveranstaltung Jugend 2026

    Am 3. September 2026 trafen sich rund 60 Fachpersonen der Jugendarbeit im Stellwerk Bern. Sie setzten sich mit den neuen Förderangeboten unter Erasmus+ auseinander, diskutierten die horizontalen Prioritäten des Programms und nahmen konkrete Impulse für ihre Arbeit mit.