Erasmus+ für die Jugendarbeit

Der Bundesrat strebt eine Schweizer Assoziierung an Erasmus+ ab 2027 an – eine grosse Chance auch für die Jugendarbeit. Mit dieser voraussichtlichen Assoziierung öffnet sich für die Schweizer Jugendarbeit ein deutlich breiteres Förderangebot, als es das Schweizer Programm zu Erasmus + bis 2026 bereitstellt. Wir unterstützen Sie bei diesem angestrebten Übergang, damit Sie Ihre Mobilitäts- und Kooperationsprojekte weiterhin durchführen und von den neuen Möglichkeiten frühestmöglich profitieren können. Auf dieser Seite finden Sie allgemeine Informationen zu den Erasmus+ Angeboten, Netzwerken und Tools für Mobilität und Kooperation in der Jugendarbeit.

Kommt es zur geplanten Assoziierung an Erasmus+, so würden internationale Mobilität und Kooperation ab 2027 nicht mehr über das Schweizer Programm, sondern über Erasmus+ gefördert. Das bedeutet Änderungen bei den Regeln und Rahmenbedingungen, jedoch auch Chancen für neue Projekte, Partnerschaften und internationale Netzwerke. Auch wenn Projekte unter Erasmus+ in ähnlicher Form durchgeführt werden können, braucht es bei der Jugendarbeit verschiedene vorbereitende Schritte, dies auf struktureller und operativer Ebene. 

Eine wichtige Neuerung wäre die Akkreditierung der Organisationen der Jugendarbeit für die Mobilitätsprojekte. Bei den Kooperationen könnten neu Erasmus+ Projekte geleitet werden und die doppelte Antragstellung würde entfallen.

Die Rolle von Movetia würde bestehen bleiben: Projektträger erhielten weiterhin Beratung, Begleitung, Monitoring und Unterstützung durch die nationale Agentur – nur innerhalb einer breiteren europäischen Programmlogik.

Assoziierung der Schweiz an Erasmus+ für 2027 angestrebt

Für Projektträger:innen heisst das, dass Sie Ihr Projekt für 2027 im Rahmen der Förderangebote unter Erasmus+ planen sollen. Gleichzeitig sollen Sie vorbereitet sein, Ihr Projekt unter dem aktuellen Schweizer Programm einzureichen, falls das Parlament die Assoziierung an Erasmus+ nicht bestätigt. Movetia begleitet Sie in diesem Prozess im Rahmen der Möglichkeiten mit Informationen zu Förderangeboten und dem Prozess.

Warum Erasmus+ für die Jugendarbeit wichtig ist

Eine Assoziierung der Schweiz an Erasmus+ würde der Jugendarbeit einen umfassenden Zugang zu den europäischen Mobilitäts‑ und Kooperationsformaten eröffnen. Schweizer Jugendlichen, Jugendarbeitenden und Organisationen würden damit wieder den vollen Nutzen des grössten Bildungsprogramms Europas erhalten – ohne die strukturellen und finanziellen Einschränkungen der heutigen Schweizer Übergangslösung.

Vollständiger Zugang zu Aktivitäten, Netzwerken und Tools:

Mit Erasmus+ würden der Jugendarbeit sämtliche Mobilitätsformate, Kooperationsformate, sowie europäische Plattformen offenstehen. Heute sind viele dieser Angebote für Schweizer Akteur:innen geschlossen oder nur schwer zugänglich; gleichzeitig sind Partner:innen im Ausland in ihrer Zusammenarbeit mit der Schweiz eingeschränkt. Eine Assoziierung hebt diese Barrieren vollständig auf.

Internationale Führungsrolle und stärkere Sichtbarkeit:

Derzeit können Schweizer Akteur:innen der Jugendarbeit zwar an Projekten von ausgewählten Förderformaten teilnehmen, diese aber nicht koordinieren. Mit vollem Programmzugang könnten Organisationen eigene Projekte initiieren und führen. Dies würde die Innovationskraft stärken, Projektleitung ermöglichen und die Attraktivität der Schweiz als Partnerland erhöhen.

Ein Programm, ein Rahmen:

Mobilitäten und Kooperationen könnten wieder direkt über die etablierten Erasmus+ Strukturen abgewickelt werden – einfach, digital und für alle Beteiligten effizienter. Europäische Partner:innen akzeptieren oft keine parallelen Abkommen; mit einer Assoziierung entfällt diese Komplexität. Gleichzeitig erleichtern die Erasmus+ Netzwerke die Partnersuche erheblich und erhöhen damit die Beteiligung an Austausch und Kooperationsaktivitäten.

Lernmobilitäten für Jugendliche und Jugendarbeitende, Kooperationen für Organisationen

Erasmus+ wie auch bisher die Schweizer Lösung fördern Mobilitäts- und Kooperationsprojekte. Diese tragen jedoch andere Bezeichnungen und die Inhalte unterscheiden sich teilweise.

Diese Leitaktion fokussiert auf die Mobilität von Einzelpersonen. In der Jugendarbeit umfasst diese Leitaktion die Mobilität von Jugendlichen, jungen Erwachsenen und Jugendarbeitenden. Erasmus+ unterstützt im Rahmen dieser Leitaktion Formate, die den heutigen Angeboten der Schweizer Lösung ähnlich sind: internationale Jugendbegegnungen und Mobilität von Fachkräften der Jugendarbeit. Dazu kommen Formate, die es unter der Schweizer Lösung nicht gibt: Jugendpartizipationsprojekte sowie DiscoverEU und DiscoverEU-Inklusion. Ergänzt wird das Angebot durch umfassende Unterstützung für nachhaltiges Reisen und Inklusion. Neu ist zudem die Erasmus+ Akkreditierung im Jugendbereich: Organisationen, die regelmässig Mobilitäten durchführen, erhalten damit einen vereinfachten und langfristig planbaren Zugang zu Fördermitteln. 

Diese Leitaktion fokussiert auf die institutionelle Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Institutionen und Organisationen. Sie fördert Kooperationen in der Jugendarbeit in Form von Partnerschaften und Projekten. In der Schweiz wurden Kooperationen bis jetzt teilweise über das Schweizer Programm zu Erasmus+ und über das Internationale Programm gefördert. Statt der ergänzenden Förderung durch Schweizer Mittel und der Teilnahme als assoziierte Partner:in ohne viel Mitspracherecht bei Erasmus+ Kooperationen, könnten Institutionen im Rahmen von Erasmus+ zukünftig an der ganzen Bandbreite an Kooperationspartnerschaften als vollwertige Partner teilnehmen und auch die Leitung übernehmen.

Diese Leitaktion begleitet bildungspolitische Entwicklungen auf europäischer Ebene. Sie fördert politischen Dialog, Synergien und Wissenstransfer, um nationale und europäische Bildungspolitik voranzutreiben. Im Rahmen der Leitaktion 3 könnten sich auch Organisationen der Jugendarbeit beteiligen.

Prioritäten von Erasmus+

Erasmus+ unterstützt Projekte, die einen Beitrag zu den Prioritäten des Programms leisten. Die horizontalen Prioritäten gelten für alle Bildungsbereiche und Projekte von Erasmus+. Für jede horizontale Priorität gibt es ein SALTO-Ressourcenzentrum, das nützliche Materialien zur Verfügung stellt.

Horizontale Prioritäten und die zugehörigen Ressourcenzentren

Tools und Netzwerke erleichtern Mobilitäts- und Kooperationsprojekte

Mit einer Assoziierung an Erasmus+ würden Schweizer Organisationen der Jugendarbeit nicht nur Zugang zu allen Förderangeboten, sondern auch zu den Netzwerken und Tools des Programms erhalten. Diese unterstützen Sie bei der Projektorganisation und -verwaltung, bei der Partner:innensuche, beim Erfahrungsaustausch und bei der Anerkennung von Lernergebnissen.

  • Erasmus+ Website: Programminformationen der Europäischen Kommission: Prioritäten, Aktionen, Fristen. Kernstück ist der Programmleitfaden – er gilt für alle Aktionen, zentrale und dezentrale
  • Erasmus+ Plattform : Ausschreibungen und Antragsformulare für die dezentralen Aktionen: KA1-Mobilität und die meisten KA2-Partnerschaften
  • EU Funding & Tenders Portal: Ausschreibungen und Antragsformulare für die zentralisierten Erasmus+ Aktionen, z. B. European Youth Together, Kapazitätsaufbau in der Jugendarbeit, Erasmus+ Virtual Exchanges
  • Erasmus+ Projektresultate: Übersicht über geförderte Projekte 
  • Youthpass: Anerkennung der Lernergebnisse aus non-formaler Bildung
  • OLS: Spracherwerb bei Mobilitätsprojekten
  • Otlas: Tool für die Partner:innensuche

Die Netzwerke von Erasmus+ dienen dazu, neue Partnerschaften für Projekte zu schliessen oder als teilnehmende Organisation Anschluss an bestehende Konsortien zu finden. Sie dienen dem Wissens- und Erfahrungsaustausch (online oder an Veranstaltungen), jedoch auch als Informationsquelle für Ihre Projektplanung und für die Jugendlichen selbst. Diverse Netzwerke sind bereits jetzt offen, gewinnen jedoch unter Erasmus+ an Relevanz.

Die Listen sind noch nicht vollständig und werden laufend ergänzt. 

Nächste Schritte für Sie in der Projektplanung 

Es lohnt sich, bereits jetzt mit der Planung Ihres Projekts zu beginnen. Entdecken Sie auf den Unterseiten zu Kooperationen und Mobilitäten die verschiedenen Förderlinien und wie Sie sich bereits heute vorbereiten können.

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