Erasmus+ Kooperationen im Sport
Bei Kooperationsprojekten können sich Institutionen aus dem Sportbereich gemeinsam weiterentwickeln und die europäische Sportlandschaft mitgestalten. Mit Erasmus+ erhalten Schweizer Organisationen Zugang zu allen europäischen Förderangeboten.
Im Rahmen der aktuellen Schweizer Lösung zu Erasmus+ haben Schweizer Sportorganisationen keine Möglichkeit Fördermittel für europäische Kooperationen und Mobilität zu beantragen. Mit der geplanten Assoziierung der Schweiz an Erasmus+ würden Akteure im Schweizer Sportbereich vollen Zugang zu den Erasmus+ Fördermöglichkeiten erhalten und könnten ohne Einschränkungen von den europäischen Angeboten, Netzwerken und Tools profitieren.
Erasmus+ Kooperationen bieten dem Sportstandort Schweiz Entwicklungsmöglichkeiten
Erasmus+ fördert nebst Lernmobilität von Einzelpersonen auch unterschiedliche Formen von organisationsübergreifender Zusammenarbeit. Diese Kooperationen sollen bewirken, dass Organisationen aus dem Sportbereich internationale Zusammenarbeit vertiefen, innovative Ansätze entwickeln und die europäische Sportlandschaft aktiv mitgestalten. Sie leisten einen Beitrag zu den Erasmus+ Programmzielen, indem sie Qualität im Sport fördern, Innovation und Digitalisierung vorantreiben, soziale Inklusion stärken und zur Bewältigung gesellschaftlicher Herausforderungen beitragen. Durch ihren transnationalen Charakter schaffen die Kooperationen einen klaren Mehrwert und ermöglichen nachhaltige Wirkung über einzelne Projekte hinaus.
Erasmus+ unterstützt eine Vielzahl an Kooperationsformaten
Im Sport werden alle Kooperationsformate von der Europäischen Exekutivagentur für Bildung und Kultur (EACEA) zentral verwaltet. Anträge werden über das EU Funding & Tenders Portal eingereicht und dort bewertet.
Erasmus+ vergibt Fördermittel über jährliche Ausschreibungen («Calls for Proposals»), die meist im Oktober/November veröffentlicht werden. Die Organisationen reichen ihre Projektideen dann im Frühling ein.
Der Erasmus+ Projektaufruf 2027 umfasst voraussichtlich folgende Aktionen:
Kleinere Partnerschaften
Erasmus+ Kleinere Partnerschaften sind transnationale Kooperationen, bei denen mindesten zwei Organisationen aus zwei verschiedenen Erasmus+ Ländern gemeinsam ein Projekt starten. Die Projekte laufen zwischen 6 und 24 Monaten und werden mit 30'000 EUR oder 60'000 EUR pro Projekt unterstützt. Dieses Kooperationsformat eignet sich besonders für neue oder unerfahrene Projektträger:innen. Es dient der Erprobung neuer Ansätze, dem Austausch von bewährten Praktiken und der internationalen Vernetzung.
Kooperationspartnerschaften
Erasmus+ Kooperationspartnerschaften sind transnationale Kooperationen, bei denen mindestens drei Institutionen aus drei verschiedenen Erasmus+ Ländern gemeinsam innovative Projekte starten. Ziel ist es, innovative Praktiken zu entwickeln, den Austausch zwischen Organisationen zu stärken sowie die Qualität, Relevanz und Internationalisierung der Aktivitäten zu fördern.
Die Projekte laufen zwischen 12 und 36 Monaten und werden mit bis zu 400’000 EUR pro Projekt unterstützt. Dieses Förderformat eignet sich besonders zum Wissens- und Erfahrungsaustausch, zur Entwicklung neuer Ansätze und zur internationalen Vernetzung.
Kapazitätsaufbau im Sport
Erasmus+ Projekte zum Kapazitätsaufbau im Sport stärken Sportorganisationen und die internationale Zusammenarbeit in ausgewählten Regionen ausserhalb der EU (Westbalkan oder östliche Nachbarschaft). Sie fördert transnationale Projekte zur Stärkung von Breitensportstrukturen und zur Förderung gemeinsamer Werte wie Fairplay, Toleranz und Teamgeist.
Die Projekte werden von mindestens vier Organisationen aus drei Ländern durchgeführt – darunter mindestens eine Organisation aus zwei verschiedenen EU- oder assoziierten Ländern sowie mindestens zwei Organisationen aus den nicht assoziierten Drittländern der Region 1 (Westbalkan) oder Region 2 (Östliche Nachbarschaft).
Die Projekte laufen zwischen 12 und 36 Monaten und haben ein Budget bis 450’000 EUR, abhängig von Umfang und regionalem Fokus.
Gemeinnützige europäische Sportveranstaltungen
Im Sportbereich wird unter KA2 auch die Organisation gemeinnütziger europäischer Sportveranstaltungen. Ziel ist es, Sport als Motor für Engagement, Inklusion und ein gesundes Leben zu nutzen. Dabei werden Aktivitäten in folgenden Bereichen gefördert:
- Ehrenamt im Sport
- soziale Eingliederung durch Sport
- Bekämpfung von Diskriminierung im Sport, einschliesslich Gleichstellung der Geschlechter
- Förderung der Teilnahme an Sport und körperlicher Betätigung
Die Veranstaltungen können entweder in einem einzigen Land mit Teilnehmenden aus anderen Ländern stattfinden oder in Form von jeweils einer Veranstaltung pro teilnehmendem Land.
So wird unter folgenden Formaten unterschieden:
- Europäische Veranstaltung vor Ort Typ I: Grenzüberschreitende Organisation von Sportevents in mehreren Ländern, mit mindestens 3-5 Organisationen aus verschiedenen Programmländern.
- Europäische Veranstaltung vor Ort Typ II: Grenzüberschreitende Organisation von Sportevents in mehreren Ländern mit mindestens 6 Organisationen aus verschiedenen Programmländern.
- Europaweite Veranstaltungen: Eine Veranstaltung mit mindestens 10 teilnehmenden Organisation aus mindestens 10 Programmländern
Unterstützt werden die beteiligten Organisationen in der
- Vorbereitung und Organisation der Veranstaltung
- Organisation von Bildungsmassnahmen für Sportler:innen, Trainer:innen, Organisator:innen und Freiwillige im Vorfeld einer Veranstaltung
- Organisation von Aktivitäten am Rande der Sportveranstaltung (Konferenzen, Seminare)
- Schulung von Freiwilligen
- Durchführung bereits laufender Aktivitäten (Evaluierungen, Konzeption von Zukunftsplänen)
- Kommunikationsaktivitäten mit Bezug zum Thema der Veranstaltung
Je nach Projektziel und Art der im Laufe der Zeit vorgesehenen Aktivitäten kann die Projektdauer 12 oder 18 Monate betragen. Der Antrag muss von einer Einrichtung aus einem Programmland gestellt werden.