Steigende Mobilitäten: Die Nachfrage bestätigt die Bedeutung des Austauschs innerhalb der Schweiz und mit Europa

Die von Movetia geförderten Mobilitäten verzeichneten im Jahr 2025 einen Anstieg um 8% und überschritten erstmals die Marke von 40’000 Teilnehmenden. Der Jahresbericht und die Statistik 2025 zeigen den Aufschwung des Austauschs auf nationaler wie internationaler Ebene. Die Zunahme an Mobilitäten und Kooperationen im Bildungsbereich könnte sich durch die Teilnahme der Schweiz am europäischen Programm Erasmus+ noch weiter verstärken; darüber wird das Parlament bis Ende dieses Jahres entscheiden.

Movetia Jahresbericht 2025

Movetia hat im Jahr 2025 die symbolische Marke von 40'000 geförderten Mobilitäten überschritten, was einem Gesamtanstieg von 8% gegenüber dem Vorjahr entspricht. Dies geht aus den Statistik und dem Jahresbericht der nationalen Agentur zur Förderung von Austausch und Mobilität hervor, die im Mai veröffentlicht wurden. Dieser neue Rekord reiht sich ein in eine seit der Gründung der Agentur anhaltende positive Entwicklung, die sich mit der Perspektive einer möglichen Assoziierung an Erasmus+ ab 2027 noch verstärken könnte. 

Allgemeine Mobilitäten 2025 | Movetia

Der nationale Austausch boomt (+7% im Vergleich zum Vorjahr), insbesondere der Klassenaustausch mit über 20'000 teilnehmenden Schüler:innen im letzten Jahr, eine Dynamik die auch durch die Durchführung der 3. Nationalen Austauschwoche gestärkt wurde. Dieses Ergebnis zeugt vom Interesse der Kantone und der Lehrpersonen an diesen Begegnungen, die mittlerweile als wirksames Mittel zur Förderung und Stärkung des Erlernens der Landessprachen anerkannt sind. 

Statistik Klassenaustausch 2025 | Movetia

Auf internationaler Ebene sind die Mobilitäten an den Hochschulen im Vergleich zum Vorjahr um 11% gestiegen. Dieses Ergebnis lässt sich durch einen Anstieg der neuen Kurzzeitaustausche erklären. Die Nachfrage liegt weiterhin deutlich über der Zahl der geförderten Mobilitäten, was auf ein starkes Wachstumspotenzial hindeutet, für das der ab 2027 geplante Beitritt zum Programm Erasmus+ neue Perspektiven eröffnen würde. 

Mobilitäten SEMP 2025 | Movetia

Erfreuliche Aussichten für 2026 und die kommenden Jahre

Die Zahlen für 2025 zeigen, dass die Nachfrage nach Austausch, Mobilität und Kooperationsprojekten in allen Bereichen der Bildung weiter zunimmt. Im Jahr 2026 wird sich dieser Trend fortsetzen, unterstützt durch ein gesteigertes politisches Interesse am Thema Austausch und Mobilität.

Auf nationaler Ebene soll der Austausch im Rahmen der Massnahmen zur Verbesserung des Unterrichts in den Landessprachen und zur Stärkung des Zusammenhalts zwischen den Sprachregionen des Landes intensiviert werden. Diesen Grundsatz hat die Schweizerische Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektorinnen und -direktoren (EDK) in ihrer Erklärung von 2025 zum Sprachunterricht festgehalten. Ziel ist es, Austausch stärker in den Lehrplänen zu verankern.

Erasmus+ im Fokus

Auf internationaler Ebene wird sich die Debatte um die uneingeschränkte Teilnahme am EU Bildungsprogramm Erasmus+ drehen. Ein Beitritt der Schweiz würde den Schweizer Institutionen einen vollständigen Zugang zu allen Förderformaten und Netzwerken bieten, und damit langfristige Partnerschaften und für den europäischen Bildungsraum zentrale Kooperationsinstrumente ermöglichen.

2014 hat die Schweiz eine nationale Übergangslösung entwickelt, die weiterhin etliche Austauch- und Mobilitätsaktivitäten ermöglicht. Diese weist jedoch gewisse Einschränkungen auf, insbesondere hinsichtlich des direkten Zugangs zu europäischen Partnerschaften und gemeinsamen Kooperationsformaten. Grossbritannien – seit dem Brexit in einer vergleichbaren Situation – wird ab 2027 wieder an Erasmus+ teilnehmen und seine nach dem Brexit entwickelte Alternativlösung aufgeben.

Etliche Schweizer Organisationen, die in den Bereichen Bildung, Jugend und Sport tätig sind, unterstützen die Schweizer Teilnahme an Erasmus+. Das Dossier wird bis Ende Jahr im Rahmen des Pakets Schweiz-EU im Parlament debattiert. Im Falle einer Assoziierung wird Movetia zur nationalen Erasmus+ Agentur und damit verantwortlich für die Umsetzung des europäischen Programms für die Schweizer Akteurinnen und Akteure. Diese Aufgabe ergänzt den bestehenden Auftrag zur Förderung und Promotion von Austausch, Mobilität und Kooperation im Bildungsbereich in der Schweiz, in Europa und weltweit.

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