Konstruktive Lösung für Erasmus+ gefordert

Europäische Studierende solidarisieren sich mit ihren Schweizer Kolleg:innen und fordern eine Wiederassoziierung der Schweiz an Erasmus+.

Icon zeigt Flaggen der EU und der Schweiz und eine Weltkugel

Die Europäische Studentenunion (ESU) und der Verband der Schweizer Studierendenschaften (VSS) möchte eine Wiederassoziierung der Schweiz an Erasmus+. Dazu fordern sie die Schweizer Regierung und die Europäische Kommission auf, konstruktiv eine gemeinsame Lösung zu erarbeiten. Konkret sollen institutionelle Fragen des Bildungsprogramms getrennt behandelt und so die Interessen der Studierenden und der Bildungseinrichtungen in ganz Europa gewahrt werden.

Schweizer Beteiligung fehlt

Eine Assoziierung der Schweiz hätte Vorteile für alle: Schweizer Studierende könnten wieder am Programm teilnehmen und junge Europäer:innen in die Schweiz kommen. Denn diese können momentan nicht vom breit gefächerten Angebot der Schweizer Bildungsinstitution profitieren. Zudem ist es schwierig, sinnvolle Partnerschaften im grossen Stil aufzubauen. Die Schweiz hat zwar eine Anschlusslösung, das Swiss European Mobility Programm (SEMP) gefunden, dieses reiche jedoch gemäss ESU nicht aus. 

Bildung ohne Grenzen

Erasmus+ gehört weltweit zu den grössten Förderinstrumenten für Auslandaufenthalte und institutionelle Zusammenarbeit. Die Teilnehmenden profitieren unter anderem von einer höheren Beschäftigungsfähigkeit nach dem Studium sowie einer Stärkung der Fremdsprachekenntnisse und des Selbstvertrauens. Erasmus+ steht für eine Bildung über die nationalen Grenzen hinweg.

Negative Folgen für die Schweiz

Die Schweiz ist seit 2014 nicht mehr an Erasmus+, dem Programm für internationale Bildungszusammenarbeit von Europa, assoziiert. «Die fehlende Beteiligung der Schweiz wirkt sich negativ auf die Chancengleichheit junger Studierender in der Schweiz im Vergleich zu ihren europäischen Altersgenossen aus», kommentiert Olivier Tschopp, Direktor von Movetia, die Situation der Schweiz: «Zwischen 2014 und 2020 nahm das vergleichbar große Österreich an 11-mal so vielen Projekten teil wie die Schweiz.»

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