Jahresbericht 2019: Zunahme der finanzierten Projekte um 16 %

Seit drei Jahren fördert die nationale Agentur Movetia Austausch und Mobilität in allen Bildungsbereichen. Mit spektakulärem Wachstum von 16 %: 2019 unterstützte Movetia über 26 000 Mobilitäten, davon 13 500 Bildungsaufenthalte oder -praktika in Europa im Rahmen des Schweizer Programms zu Erasmus+ sowie beinahe 11 000 Mobilitäten in Form von Klassenaustauschprojekten in der Schweiz. Ebenso hat die Agentur ein Angebot an Austausch- und Mobilitätsprogrammen entwickelt, die einen Mehrwert für das Bildungssystem generieren und die internationale Kooperation vertiefen. Die aktuelle Krise bremst diesen Schwung vorübergehend ab, unterstreicht aber auch die grosse Bedeutung des Austauschs, der gegenseitigen Verständigung und der Öffnung gegenüber der Welt.

2017 haben sich Bund und Kantone auf eine gemeinsame Vision geeinigt: «Im Laufe ihrer Ausbildung nehmen alle jungen Menschen mindestens einmal an einem Austausch- oder Mobilitätsprojekt teil.» Movetia ist verantwortlich für die Umsetzung dieser Vision und trägt markant dazu bei, eine Austausch- und Mobilitätskultur in der Schweiz zu etablieren. Ziel ist, den Teilnehmenden zu ermöglichen, sich persönliche und fachliche Kompetenten anzueignen, indem sie in eine andere Kultur in der Schweiz oder im Ausland eintauchen.  

Josef Widmer, Präsident des Stiftungsrats von Movetia und stellvertretender Direktor des Staatssekretariats für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI), betont: «Die Bildung ist die grundlegendste und bedeutendste Ressource, die unser Land zu bieten hat. Die durch Austausch und Mobilität erworbenen Kompetenzen leisten einen wertvollen Beitrag sowohl für den Einzelnen als auch für die Institutionen.»

2019, ein Jahr intensiver Arbeit trägt Früchte: mehr als 26 000 unterstützte Mobilitäten

Seit drei Jahren realisiert Movetia intensive Promotions- und Kontaktarbeit. Diese trägt zum Aufbau eines bedeutenden Netzwerks mit Schweizer Akteuren sowie mit potenziellen Partnern im Ausland bei. Dieser Effort zahlt sich aus: Jahr für Jahr nehmen Austausch und Mobilität über alle Bildungssektoren und -stufen hinweg sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene zu. 2019 hat Movetia 26 262 Mobilitäten finanziell unterstützt. Dies entspricht einer Zunahme von 16 % gegenüber dem Vorjahr.

Auf nationaler Ebene haben beispielsweise 10 700 Jugendliche am Klassenaustauschprogramm teilgenommen, das sind 27 % mehr als 2018. Im Rahmen des Pilotprogramms Nationaler Lehrpersonenaustausch wurden 244 Mobilitäten ermöglicht. In Europa hat Movetia im Rahmen des Schweizer Programms zu Erasmus+ 13 524 Bildungsaufenthalte oder -praktika unterstützt, was eine Zunahme von 6 % bedeutet. Schliesslich sind die 18 Projekte – eingereicht wurden über 80 Anträge –, die Movetia im Rahmen des internationalen Pilotprogramms ausserhalb von Europa unterstützt hat, Beleg für den konstanten Erfolg.

 

2020, ein entscheidendes Jahr für Austausch und Mobilität, geprägt von den Botschaften BFI und Kultur

Obwohl die Auswirkungen von COVID-19 auf das Jahr 2020 beträchtlich sein werden, wird sich der bisher beobachtete Trend nicht verlangsamen. «Im Gegenteil: Die Krise zeigt uns die Wirksamkeit anderer Unterrichtsformen, insbesondere ausserhalb der Klassenzimmer, sowie die Notwendigkeit von Zusammenarbeit und Netzwerken auf. Genau das, was Austausch und Mobilität fördern», betont Olivier Tschopp, Direktor von Movetia. Bildungs- und Wissenschaftsaustausch werden immer wichtiger, sowohl auf lokaler Ebene als auch im internationalen Rahmen.

Die Botschaften «Bildung, Forschung und Innovation (BFI)» sowie «Kulturbotschaft 2021–2024» werden die Rahmenbedingungen für Austausch, Mobilität und Kooperation in der Bildung für die nächsten vier Jahre abstecken. Das Parlament wird dieses Jahr darüber diskutieren. Damit wir den Zielen der Strategie Austausch und Mobilität von Bund und Kantonen näher kommen, müssen die finanziellen Mittel, die das Parlament bewilligen wird, dieser ehrgeizigen Vision gerecht werden.

Ab 2021: Austausch und Mobilität im Dienst der Kernkompetenzen der Bildung von morgen

Flexibilität, Anpassungsfähigkeit und Innovationsgeist gehören zu den Kernkompetenzen von morgen. Für Movetia bedeutet das, Angebote und Programme zu entwickeln und unterstützen, die den Bedürfnissen und Anforderungen einer Gesellschaft entsprechen, die nach der Krise die Notwendigkeit von Austausch und gegenseitigem Verständnis noch stärker betonen wird.

Das Umfeld in der Schweiz bestätigt, dass Austausch und Mobilität weiter ein starkes Wachstumspotenzial verzeichnen. Die aktuelle Krise zwingt uns vorauszuschauen, indem wir die nötigen Ressourcen im Bildungssystem aufbauen, um künftige Herausforderungen zu antizipieren, die Widerstandsfähigkeit zu stärken und neue Alternativen in Betracht zu ziehen. Deshalb ist es heute wichtiger denn je, dass die junge Generation die Welt und ihren interkulturellen Reichtum entdeckt.

Passend zum Thema

  • Nationale Resonanz für die 3. Austauschwoche

    Nationale Resonanz für die 3. Austauschwoche

    Die Nationale Austauschwoche geht am Freitag mit einer Rekordbilanz zu Ende: Über 4'600 Jugendliche haben an der dritten Ausgabe der von Movetia in Zusammenarbeit mit den Kantonen organisierten Woche teilgenommen. In den verschiedenen Sprachregionen des Landes fanden über vierzig Anlässe statt, um die Bedeutung von Austausch als Brücke zwischen den Kulturen zu thematisieren. In diesem Jahr lag der Schwerpunkt auf der Berufsbildung, was sich auch in der Verleihung des Nationalen Austauschpreises in Bern widerspiegelte – in Anwesenheit von Bundesrat Guy Parmelin und dem Präsidenten der EDK, Christophe Darbellay. Die 4. Ausgabe der nationalen Austauschwoche findet nächstes Jahr vom 16. bis 20. November 2026 statt.

  • Drei Austauschprojekte für Lernende ausgezeichnet, Preisübergabe mit Bundesrat Guy Parmelin

    Drei Austauschprojekte für Lernende ausgezeichnet, Preisübergabe mit Bundesrat Guy Parmelin

    Die Austauschwoche erlebte am Dienstag in Bern einen Höhepunkt mit der Übergabe des Nationalen Austauschpreises im Bereich Berufsbildung. Vor Bundesrat Guy Parmelin und zahlreichen Gästen zeichnete die Oertli-Stiftung drei Austauschprojekte für Lernende aus. Die kaufmännischen Berufsschule Nyon erhielt den ersten Preis. Ein digitales Austauschprojekt des Kantons Zürich und ein weiteres für Lernende der Automobilbranche im Kanton Genf wurden ebenfalls ausgezeichnet. Die Veranstaltung fand im Rahmen der 3. nationalen Austauschwoche statt, die noch bis Freitag dauert und mehr als 4'600 Jugendlichen ein eintauchen in die sprachliche Vielfalt des Landes ermöglicht.

  • Mehr als 4'600 Jugendliche im Zentrum der nationalen Austauschwoche

    Mehr als 4'600 Jugendliche im Zentrum der nationalen Austauschwoche

    Die 3. Nationale Austauschwoche startet am Montag in der ganzen Schweiz. Vom 24. bis 28. November treffen Tausende von Schüler:innen – und erstmals auch Lernende – junge Menschen aus anderen Sprachregionen. Getragen von Movetia in Zusammenarbeit mit den Kantonen verfolgt die Initiative das Ziel, das Sprachenlernen zu stärken und eine Brücke zwischen den Kulturen zu schlagen. Von Freiburg bis Genf, über Zürich oder Olten: Die kantonalen Aktivitäten zeigen die grosse Begeisterung für die Veranstaltung. Bundesrat Guy Parmelin und der Präsident der EDK, Christophe Darbellay, werden am Dienstag am offiziellen Anlass in Bern sprechen – ein starkes Zeichen der politischen Unterstützung für Austauschaktivitäten.