Austausch - ein wichtiger Hebel zur Förderung des Sprachenlernens

Die EDK will den Schüler:innenaustausch fördern. Sie bekräftigt diesen Entscheid in einer Ende Juni veröffentlichten Stellungnahme, im Rahmen der Debatte über das Erlernen der Landessprachen, nachdem die Überprüfung des Erreichens der Grundkompetenzen (ÜGK) 2023 anhaltende Unterschiede im Erwerb von Fremdsprachenkompetenzen bei Schüler:innen in der Schweiz gezeigt hatten. Vor diesem Hintergrund unterstreicht Movetia die Bedeutung von Austauschaktivitäten. Diese fördern die Lernmotivation, verbessern die Sprachkompetenzen, stärken die Mehrsprachigkeit und festigen den nationalen Zusammenhalt.

Die Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektorinnen und -direktoren (EDK) will den schulischen Austausch fördern. An ihrer Plenarversammlung Ende Juni hat die EDK Möglichkeiten geprüft, wie sie auf interkantonaler Ebene bei der Strategie zum Erlernen der Landessprachen und des Englischen mitwirken kann. Eine mögliche Option wäre die Überarbeitung der Sprachstrategie von 2004 und der Instrumente zu deren Umsetzung, zu denen auch der Schüler:innenaustausch gehört, wie sie in der Medienmitteilung vom 26. Juni schreibt.

Diese Stellungnahme folgt auf die Debatte über das Sprachenlernen, die nach der Veröffentlichung der Ergebnisse der Überprüfung des Erreichens der Grundkompetenzen (ÜGK) 2023 am 22. Mai an Dynamik gewonnen hatte. Die Studie, an der fast 18’500 Schülerinnen und Schüler aus 1800 Schulen teilgenommen hatten, zeigt erhebliche Unterschiede beim Erreichen der Fremdsprachenkompetenzen.

In einem der zahlreichen Beiträge zur Erhebung betont der EDK-Präsident Christophe Darbellay, dass Austausch ein hervorragendes Mittel sei, um Jugendliche zu motivieren, eine weitere Landessprache zu lernen. Movetia teilt diese Überzeugung voll und ganz. Seit acht Jahren fördern wir im Auftrag von Bund und Kantonen den Austausch in und ausserhalb der Schweiz. 

Austausch ist ein hervorragendes Mittel, um Jugendliche zu motivieren, eine weitere Landessprache zu lernen.
Christophe Darbellay, Präsident der EDK

Warum? Weil Austauscherfahrungen den Sprachunterricht ergänzen und bereichern. Sie ermöglichen es, Sprache in realen Situationen anzuwenden, Hemmungen abzubauen und die Lernmotivation anzukurbeln.

Zwischen 2017 und 2024 hat sich die Zahl der Schülerinnen und Schüler, die an Klassenaustauschen auf obligatorischer Schulstufe teilnehmen, mehr als verdoppelt – von 8'000 auf 20'000. Ein Zeichen für die Wirksamkeit unseres Ansatzes. Movetia fördert weiterhin den Austausch, insbesondere durch die kürzlich ins Leben gerufene nationale Austauschwoche, die seit drei Jahren Klassenbegegnungen zwischen den Sprachregionen des Landes fördert. In diesem Jahr werden nebst den Schulklassen auch auf Lernende in der beruflichen Grundbildung teilnehmen.

Als Ergänzung zum traditionellen Unterricht bietet der Austausch eine konkrete und bereichernde Erfahrung, die entscheidend dafür ist, unsere Mehrsprachigkeit erlebbar zu machen und aufzuwerten. Movetia setzt sich weiterhin für die Förderung des Austauschs ein – aus Überzeugung, dass er eine Schlüsselrolle bei der Verbesserung der Sprachkompetenzen und der Stärkung des nationalen Zusammenhalts spielt.

Passend zum Thema

  • Als Lehrperson ein Jahr nach Dakhla

    Als Lehrperson ein Jahr nach Dakhla

    Im Schuljahr 2025/2026 hat Nicolas Joray seine Stelle als Lehrperson in Delémont (JU) pausiert und hat im Rahmen eines selbst organisierten Austauschprojektes in einer Schule in Marokko unterrichtet – finanziell unterstützt durch Movetia. Wenige Wochen vor seiner Rückkehr in die Schweiz blickt er auf die getroffenen Vorbereitungen und seine Rolle und Integration an der marrokanischen Schule zurück und nennt einige Take aways für seine künftige Unterrichtspraxis.

  • Sprachassistent:innen motivieren zu schulübergreifendem Debattierwettbewerb

    Sprachassistent:innen motivieren zu schulübergreifendem Debattierwettbewerb

    Sich in englischer Sprache zu einem aktuellen Thema mit Schüler:innen von anderen Schulen verbal messen. Was ungewöhnlich klingt, ist Realität geworden, dank engagierter Sprachassistenten aus den USA. Mit viel Energie und Organisationstalent haben sie einen Debattierwettbewerb auf die Beine gestellt.

  • Das Sprachassistenz-Programm feiert sein 120-jähriges Jubiläum

    Das Sprachassistenz-Programm feiert sein 120-jähriges Jubiläum

    Das ältesten Programms für Bildungsmobilität ermöglicht Studierenden und angehenden Lehrpersonen, im Ausland zu leben und die eigene Muttersprache zu unterrichten – seit 120 Jahren. Movetia war auf Einladung von France Education International in Paris, um diesen historischen Meilenstein zu feiern. Wir werfen einen Blick zurück auf diese denkwürdige Geschichte.