Erasmus+ Mobilitäten im Sport

Das Erasmus+ Sport Programm fördert die Beteiligung an sportlichen und körperlichen Aktivitäten sowie ehrenamtliches Engagement. Beschäftigte im Breitensport können durch Austauschprojekte in einem anderen Land neue Erfahrungen sammeln, ihre Kompetenzen erweitern und damit ihre Organisation oder ihren Verein weiterbringen. In den folgenden Abschnitten zeigen wir Ihnen auf, welche Fördermöglichkeiten Ihnen mit Erasmus+ zur Verfügung stehen würden. 

Im Rahmen der Schweizer Lösung zu Erasmus+ haben Personen aus dem Sportbereich heute keine Möglichkeit an Mobilitätsaktivitäten teilzunehmen. Mit einer Assoziierung der Schweiz an Erasmus+, wie sie der Bundesrat für 2027 beabsichtigt, würden sie jedoch direkt und gleichberechtigt mit allen anderen Teilnehmenden aus Erasmus+ Mitgliedsstaaten vom Angebot des Erasmus+ Programms profitieren können. Die folgenden Abschnitte geben Ihnen einen Einblick in die unter Erasmus+ geltenden Fördermöglichkeiten im Sport. 

Erasmus+ für den Schweizer Sport

Sollte die Schweiz 2027 an Erasmus+ assoziiert sein, würde dies konkret bedeuten:

  • Schweizer Institutionen aus dem Breitensport und darüber hinaus hätten grundsätzlich Zugang zu allen relevanten Erasmus+ Aktionen, d.h. gleichberechtigt wie Organisationen aus den EU Mitgliedstaaten und anderen Erasmus+ Ländern. 
  • Organisationen aus dem Sportbereich können Erasmus+ Mobilitätsprojekte mit anderen Programmländern sowie mit nicht mit dem Programm assoziierten Nachbarländern der EU (u. a. Westbalkan, östliche Partnerschaft, südlicher Mittelmeerraum) durchführen. 
  • Mobilitäten für Sportpersonal können bilateral oder multilateral durchgeführt werden, unabhängig davon, in welchem beteiligten Land sie stattfinden. 
  • Anträge werden über die EU-Tools eingereicht.
  • Als Projektträger:in erhielten Sie die Fördermittel direkt aus dem Erasmus+ Programm.
  • Es gelten die Regeln und politischen Prioritäten des Erasmus+ Programms.

Trotz dem noch ausstehenden politischen Entscheid über eine definitive Assoziierung empfehlen wir Ihnen, ihr Projekt bereits jetzt zu initiieren. Partner:innensuche, Projektplanung und Vorbereitung der Antragsstellung brauchen Zeit. 

Relevanz von Erasmus+ Mobilitäten im Sport

Die Lernmobilität von Einzelpersonen eröffnen Beschäftigten im Breitensport die Möglichkeit, durch ein Job Shadowing oder ein Coaching im Ausland neue Erfahrungen zu sammeln und ihre Kompetenzen zu erweitern und so zur Weiterentwicklung ihrer Organisation beizutragen. 

Schwerpunkte sind :

  • Qualifizierung von Coaches und Mitarbeitenden (auch Ehrenamtliche)
  • Kapazitätsaufbau von Basisorganisationen
  • Förderung von Inklusion, Gleichberechtigung, Good Governance und gemeinsamen Werten
  • Wissensaustausch und Netzwerkbildung 
  • Stärkung von Gesundheit, Nachhaltigkeit und aktivem Lebensstil

Damit leisten die Projekte einen Beitrag zu den Programmzielen von Erasmus+: Sie fördern die Qualität im Breitensport, treiben Innovation und Digitalisierung voran, stärken die soziale Inklusion und tragen zur Bewältigung gesellschaftlicher Herausforderungen bei. Durch ihren transnationalen Charakter schaffen sie einen klaren Mehrwert für die beteiligten Personen und ermöglichen eine nachhaltige Wirkung auf institutioneller Ebene auch über einzelne Projekte hinaus. 

Förderfähige Länder

An Erasmus+ Mobilitäten im Sport können Organisationen und Teilnehmende aus folgenden Ländern beteiligt sein:

EU-Mitgliedstaaten: Belgien, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Kroatien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Malta, Niederlande, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Schweden, Slowakische Republik, Slowenien, Spanien, Tschechische Republik, Ungarn, Zypern

Mit Erasmus+ assoziierte Drittländer: Island, Liechtenstein, Nordmazedonien, Norwegen, Serbien, Türkei, Vereinigtes Königreich (ab 2027)

Weitere Länder: Neben den Programmländern auch die nicht mit dem Programm assoziierten Nachbarländer der EU (u. a. Westbalkan, östliche Partnerschaft, südlicher Mittelmeerraum) an Mobilitäten teilnehmen. 

Zusammensetzung der Fördersumme

Bei den Mobilitätsprojekten setzt sich die Fördersumme aus mehreren Pauschalen zusammen. Jede Aktivität beinhaltet je eine Pauschale für:

  • Individuelle Unterstützung (je nach Ländergruppe und pro Teilnehmer/in)
  • Organisatorische Unterstützung (pro Teilnehmer:in)
  • Reisekosten (je nach Entfernung)

In begründeten Fällen kann zusätzlich eine Förderung beantragt werden, etwa für Inklusionsunterstützung, vorbereitende Besuche oder aussergewöhnliche Kosten.

Die genauen Pauschalen stehen noch nicht fest; sie orientieren sich an den Vorgaben des Erasmus+ Programmleitfadens. Massgebend wird der Programmleitfaden 2027 sein, der voraussichtlich Ende 2026 veröffentlicht wird.

Diese Aktionen umfasst Erasmus+ bei den Mobilitäten 

In Sportbereich werden unter KA1 folgende Mobilitätsformate gefördert.

Job Shadowing

Hospitationen ermöglichen es Teilnehmenden 2-14 Tage in einem anderen Land zu verbringen, um durch Beobachtung und Interaktion mit Fachkolleg:innen, Trainer:innen und Freiwilligen bei ihrer täglichen Arbeit in der Gasteinrichtung neue Praktiken zu erlernen und neue Ideen zu sammeln.

Coaching

Bei Schulungstätigkeiten können Trainer:innen oder andere Fachpersonen 1-6 Wochen in einem anderen Land Schulungen anbieten, um durch den Austausch mit Fachkolleg:innen und Vermittlung ihres Wissens zu lernen und Kapazitäten im Breitensport aufzubauen.

Die Anzahl der Teilnehmenden in einem Projekt ist auf maximal 10 Mobilitäten beschränkt. Die Projektdauer beläuft sich auf 3 bis maximal 18 Monate.

Wege zur Antragstellung

Der Antrag für ein Mobilitätsprojekt muss durch eine Schweizer Sportorganisationen (öffentlich oder privat) eingereicht werden. Einzelpersonen sind nicht antragsberechtigt. 

Vorerfahrung mit Erasmus+ ist nicht nötig.

Im Sport gibt es halbjährlich (Februar und Oktober) eine Antragsfrist.

Nächste Schritte für Sie in der Projektplanung

Programmatische Grundlagen kennenlernen

Machen Sie sich frühzeitig mit dem Erasmus+ Programmleitfaden vertraut, er ist das massgebliche Referenzdokument unter Erasmus+. Ergänzend empfehlen sich Hilfsmittel anderer Nationaler Agenturen (NA). Je nach Förderangebot gibt es weitere relevante Dokumente. Movetia hilft Ihnen gerne bei der Orientierung.

Netzwerke aufbauen und Partner:innen aktivieren

Sprechen Sie bestehende Kontakte, zum Beispiel aktuelle Projektpartner:innen, frühzeitig auf eine mögliche Zusammenarbeit im Rahmen von Erasmus+ an. Internationale Zusammenarbeit braucht Zeit.

Nehmen Sie an europäischen Weiterbildungen (TCA, = Training and Cooperation Activities) und anderen internationalen Veranstaltungen teil – vor Ort oder online. Dort knüpfen Sie neue Kontakte, tauschen sich mit Fachpersonen aus ganz Europa aus und positionieren sich in europäischen Netzwerken. 

Movetia informiert Sie über relevante Veranstaltungen und unterstützt Sie bei der Partner:innensuche über das NA-Netzwerk. Für neue Projektplanungen können Sie ein Gesuch für einen Vorbereitenden Besuch bei uns einreichen.

Von bestehenden Projekten lernen

Auf der Erasmus+ Projektergebnis-Plattform finden Sie geförderte Projekte aus allen Programmbereichen. Nutzen Sie diese zur inhaltlichen Orientierung und um ein Gefühl für die Sprache und Logik von Erasmus+ Anträgen zu entwickeln. 

Kontakt

Kontaktieren Sie uns für eine individuelle Projektberatung oder Fragen zu Erasmus+

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