Mit internationalen Kooperationsprojekten auf dem Weg zu Erasmus+

Dieses Jahr erhalten 17 internationale Projekte von Schweizer Bildungsinstitutionen eine Förderung im Programm «Kooperationen mit Schweizer Leitung». Die innovativen Projektthemen greifen aktuelle Herausforderungen der Bildungslandschaft auf, wie beispielsweise Inklusion und Digitalisierung. Zudem bereiten die Projekte die Projektleitenden bestens auf eine mögliche Beteiligung am europäischen Förderprogramm Erasmus+ vor.

Kann ein Videospiel Kindern beim Lesenlernen helfen? Wie lässt sich künstliche Intelligenz im Lehrbetrieb integrieren? Welche guten Praxisbeispiele sorgen dafür, dass Musikunterricht auch wirklich inklusiv ist? Internationaler Austausch eröffnet neue Perspektiven – auch bei Bildungsfragen. Deshalb reichten in diesem Jahr 34 Schweizer Bildungsinstitutionen gemeinsam mit ausländischen Partnerorganisationen Kooperationsprojekte ein, um neue Antworten auf heutige Herausforderungen zu entwickeln. Mit der Unterzeichnung von 17 Projektverträgen ist das Auswahlverfahren nun abgeschlossen; das entspricht einer Förderquote von 50 Prozent. 

Was sind Kooperationsprojekte mit Schweizer Leitung?

Kooperationsprojekte mit Schweizer Leitung sind Projekte, bei denen eine Schweizer Bildungsinstitution die Federführung übernimmt und mit internationalen Partnerorganisationen zusammenarbeitet. Das Förderangebot ist Teil des Schweizer Programms und ermöglicht Schweizer Institutionen die Projektleitung, was im europäischen Förderprogramm Erasmus+ aktuell nicht möglich ist.

Ziel der Kooperationsprojekte ist es, neue Bildungsangebote zu entwickeln und die Schweizer Bildung durch internationalen Erfahrungsaustausch zu stärken. Es gibt Kooperationsprojekte mit Schweizer Leitung auf allen Bildungsstufen: von der Schulbildung über die Berufs- und Erwachsenenbildung bis hin zur Jugendarbeit und Hochschulbildung. Im Hochschulbereich konnten jedoch 2026 keine Anträge für solche Kooperationsprojekte eingereicht werden, da die verfügbaren Mittel prioritär für Mobilitätsaktivitäten sowie für die Allianzinitiative der European Universities Initiative (EUI) eingesetzt wurden.

Künstliche Intelligenz wird Praxisthema

Inklusion, Digitalisierung oder demokratische Teilhabe? Die im Jahr 2026 geförderten Projekte decken ein breites Spektrum aktueller Themen ab. Alle nehmen Bezug auf übergreifende bildungspolitische Schwerpunkte. Dazu zählen insbesondere Themen wie Digitalisierung, nachhaltige Entwicklung, Chancengerechtigkeit sowie die nationale und internationale Zusammenarbeit. Bei den geförderten Projekten steht das bildungspolitische Thema «Inklusion und Diversität» besonders häufig im Mittelpunkt, mit Schwerpunkten auf inklusiven Lernumgebungen und Zugänglichkeit.

Auch die digitale Transformation ist bei den geförderten Projekten stark vertreten. Auffällig: Während künstliche Intelligenz und Digitalisierung früher teilweise noch eigenständige Themen waren, fliessen sie heute direkt in die Praxisprozesse ein. Digitale Werkzeuge werden gezielt eingesetzt, um Lernen, Zusammenarbeit und Austausch zu fördern.

Die demokratische Teilhabe spielt ebenfalls in verschiedenen Projekten eine wichtige Rolle. Im Zentrum stehen dabei Bürgerschaft, gesellschaftliches Engagement und soziale Innovation. Darüber hinaus widmen sich einzelne geförderte Projekte spezifisch den Themen Umwelt und nachhaltige Entwicklung.
Auffällig ist zudem, dass viele Projekte mehrere Schwerpunkte miteinander verbinden. Die Grenzen zwischen den Themenfeldern sind oft fliessend, sodass Inklusion, Digitalisierung und demokratische Teilhabe häufig Hand in Hand gehen.

Mittlere Förderung am häufigsten

Von klein bis gross: Die Projektförderungen bei den Kooperationsprojekten mit Schweizer Leitung bewegen sich zwischen CHF 30'000 für das kleinste Projekt und CHF 150'000 für die grössten Projekte. Die Antragstellenden wählen bei der Einreichung ihres Projektantrags selbst die angestrebte Förderpauschale; zur Auswahl stehen CHF 30'000, CHF 60'000, CHF 100'000 oder CHF 150'000. Mit neun Projekten, die CHF 100'000 Unterstützung erhalten, ist dies 2026 die häufigste Förderhöhe. Die bewilligten Projekte bewegen sich damit in einer Grössenordnung, die auch für künftige Erasmus+-Kooperationsprojekte (KA2) typisch ist -insbesondere für die kleineren Kooperationspartnerschaften, teilweise aber auch für die grösseren Kooperationspartnerschaften.

Verteilung der Förderbeträge bei den internationalen Kooperationsprojekten mit Schweizer Leitung 2026. Lesebeispiel: Vier der bewilligten Projekte erhielten einen Förderbetrag von CHF 150'000 CHF, ein Projekt einen Förderbetrag von CHF 30'000 usw.
Verteilung der Förderbeträge bei den internationalen Kooperationsprojekten mit Schweizer Leitung 2026. Lesebeispiel: Vier der bewilligten Projekte erhielten einen Förderbetrag von CHF 150'000 CHF, ein Projekt einen Förderbetrag von CHF 30'000 usw.

Internationale Zusammenarbeit mit Schweizer Wurzeln

Schweizer Projektleitende suchen ganz klar nach Partner:innen mit spezifischer Expertise für ihr Vorhaben, unabhängig von deren geografischer Standort. An den 17 geförderten Projekten sind somit 20 Länder beteiligt, sowohl aus Europa als auch darüber hinaus. Der Schwerpunkt liegt aber auf europäischen Partnerinstitutionen: gut zwei Drittel der geförderten Projekte haben europäische Partner:innen, fast ein Drittel der Projekte hat auch mindestens eine:n aussereuropäische:n Partner:in.

In dieser Tabelle finden Sie alle geförderten Projekte des International Programms 2026 nach Bildungsstufe aufgelistet: Geförderte Kooperationen mit Schweizer Leitung 2026.

Vorbereitet auf Erasmus+

Unterwegs mit kleineren oder grösseren Projektbudgets, in Zusammenarbeit mit Nachbarländern oder Partner:innen weit darüber hinaus? Fest steht, dass die Schweizer Bildungsinstitutionen, die bereits heute internationale Projekte durchführen, bestens auf eine mögliche spätere Teilnahme an Erasmus+ Projekten vorbereitet sind. Aber auch Institutionen, die erstmals an einem internationalen Kooperationsprojekt teilnehmen möchten, profitieren von den Fördermöglichkeiten unter Erasmus+: das attraktive Angebot der «kleineren Kooperationspartnerschaften» würde ihnen den Einstieg in die internationale Zusammenarbeit erleichtern.

Voraussichtlich tritt die Schweiz 2027 dem europäischen Förderprogramm Erasmus+ bei; vorausgesetzt, dass das Schweizer Parlament bis Dezember die entsprechenden Mittel bewilligt. Damit würden sich neue und spannende Fördermöglichkeiten für Schweizer Teilnehmende eröffnen, unabhängig davon, wie viel Erfahrung sie bereits mit internationalen Kooperationsprojekten haben. Übrigens: sollte die Assoziierung an Erasmus+ im Jahr 2027 nicht zustande kommen, würden Kooperationsprojekte mit Schweizer Leitung weiterhin über das Schweizer Programm gefördert werden.

Möchten Sie über Erasmus+ auf dem Laufenden bleiben oder planen Sie, selbst mit internationalen Partner:innen eine Projektidee einzureichen? Dann melden Sie sich für den Movetia-Newsletter an, folgen Sie uns auf LinkedIn oder schauen Sie auf unserer Website vorbei, um konkrete Informationen zur Vorbereitung auf Erasmus+ zu erhalten, inklusive Infoveranstaltungen. Selbstverständlich stehen Ihnen die Mitarbeitenden von Movetia auch im Rahmen persönlicher Beratungen gerne zur Verfügung.

Schon gewusst?

  • Populärste Partner: Nachbarland Deutschland ist (auch dieses Jahr wieder) das meistvertretene Land, mit deutschen Partnerinstitutionen in verschiedenen Projekten.
  • Kleinstes Projekt, grosse Reichweite: Das kleinste Projekt (CHF 30'000) arbeitet mit Partnern in drei afrikanischen Ländern zusammen.
  • Weitester Partner: Die University of Queensland in Australien ist mit rund 16'000 Kilometern Abstand zur Schweiz die am weitesten entfernte Partnerinstitution.
  • Von KI bis Musikpädagogik: Von künstlicher Intelligenz und Cybersicherheit über politische Bildung und Leseförderung bis hin zu Musikpädagogik; die Projekte des Internationalen Programms greifen vielfältige Themen auf.
     

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